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  Das Bornhom-Solo

Allein von Deutschland zur Insel Bornolm
27. August bis 9. September 2011

Es ist nun schon mein fünfter Einhandtörn und ich  habe mir vorgenommen, nach Bornholm zu segeln. Das wäre, wenn alles nach Plan läuft, die längste Strecke, die ich bisher alleine mit einem Boot bewältigt habe. In Greifswald wartet das für dieses Vorhaben passende Schiff auf mich, eine Hanse 315, genannt „Caroline“. Und die Meteorologen kündigen Wind aus Südwest an. Was soll da noch schief gehen?

Schottland Überblick
Der Museumshafen von Greifswald

Samstag, 27. August: Greifswald

Die letzten Tage waren sehr heiß gewesen, ungewöhnlich heiß, heute aber hat der Himmel zugezogen, dann und wann gehen über Greifswald leichte Regenschauer nieder.

In dem kleinen Yachthafen von Ladebow, in dem ich das Schiff übernehme, ist außer mir noch die „Ostsee Segelkameradschaft“ zugange (die auf gar keinen Fall mit der „Segelkameradschaft Ostsee“ verwechselt werden darf - aber das ist eine komplexe Geschichte, die nicht hierher gehört). Fünf Boote werden klar gemacht, alles in allem dreißig bis vierzig Personen. Wenig später, während ich noch die „Caroline“ mit Proviant belade, legt die Segelkameradschaft auch schon ab. Markige Kommandos sind im ganzen Hafen zu hören. „Klar bei Vorleine!“ „Vorleine klar!“  Dergleichen werde ich als Einhandsegler, wenn ich morgen früh aufbreche, natürlich nicht bieten können, wen sollte ich auch mit sonoren Kommandorufen erfreuen?

„Sie sind alleine unterwegs?“, fragt mich auch der Inhaber der Charterfirma bei der Bootsübergabe. „Zwei Wochen allein!“,  seufzt er. „Das ist ja großartig, das würde ich mir auch einmal wünschen.“ Ich kann ihm nur recht geben. Bei meinen ersten Einhandtörns habe ich noch befürchtet, dass mich das Alleinsein auf See erdrückt. Inzwischen weiß ich, dass man danach süchtig werden kann.

Am Abend wird es dann still im Hafen von Ladebow und ich mache es mir gemütlich auf der Hanse 315, von der ich bisher nur sagen kann, dass sie wirklich wohnlich ist. Inzwischen hat es heftig zu regnen begonnen, eine Kaltfront nähert sich. Ich falle in meine Koje und versinke in tiefen Schlaf.

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