W I N D  &  W E L L E N

     Start | Törns | Links | Kontakt





Dänische Gemütlichkeit

Mit einer Hallberg Rassy Monsun 31 im Kleinen Belt
15. bis 25. Juni 2010

Ursprünglich hatte ich für diesen Juni einen Törn in Schottland geplant. Da das aber mit meinem Kumpel nicht geklappt hat, entschloss ich mich, doch wieder einen Einhandtörn zu unternehmen. Nur will ich es dieses Mal bewusst ruhig angehen, da mich die Schwierigkeiten bei meinem Herbsttörn, als ich fast über Bord gegangen wäre, nachdenklich gestimmt haben. Dieses Mal kommt es mir eher darauf an, ein Schiff kennenzulernen, eine Hallberg Rassy Monsun 31, die vielleicht eines Tages als Gebrauchtboot interessant sein könnte. Ich fand schließlich eine, die zu chartern war. Sie lag an der Ostsee, in Damp.


Blick auf den Hafen von Damp

Samstag,  12. Juni 2010: Damp

Damp ist ein merkwürdiger Ort. Nein, in Wahrheit ist es ja kein Ort. Im Jahr 1972 hat man hier auf eine Wiese des Gutes Damp eine Feriensiedlung gestellt, aus der Retorte sozusagen.Eine unwirkliche Szenerie ohne Geschichte, zur Gänze am Reißbrett entstanden. (Übrigens seinerzeit von DDR-Bautrupps errichtet als Bezahlung eines devisenfreien Geschäftes mit Mannesmann.) Es gibt also keinen Ort, es gibt nur ein Hotel mit 19 Stockwerken, Appartementhäuser in ähnlichen Dimensionen, eine Reha-Klinik, Restaurants, ein Schwimmbad mit tropischer Kulisse. Als ich ankomme, ziehen entschlossen blickende Amazonen im Trainingsanzug in kleinen Gruppen durch den Hafen: Die Handballerinnen der Polizeiverbände wohnen in Damp und tragen ganz in der Nähe, in Kappeln, ihre Europameisterschaft aus. Anderntags findet außerdem, so liest man auf Plakaten, ein Marathon der Skater statt. Dazwischen immer wieder Leute im Rollstuhl oder mit Krücken, offenbar Patienten aus der Klinik. Das ist Damp, eine seltsame Atmosphäre.

Die Hallberg Rassy Monsun 31 "take me"

Hier geht es los. Hier liegt die „take me“, eine Hallberg-Rassy 31 Monsun, Baujahr 1979. Auf den ersten Blick beeindrucken die schmalen, langgestreckten Linien.  Ein bisschen merkwürdig ist das Reffsystem: Der Großbaum wird am Mast mit einer Kurbel gedreht und das Segel aufgerollt. Außerdem gibt es einen Hebel, mit dem der Baum gelöst oder fixiert wird. Ich habe meine Zweifel, doch versichert man mir, dass sich dieses System auch draußen, bei Wind und Welle, bestens bewähre.

Im Inneren der „take me“ fällt sofort die gediegene Verarbeitung auf, zum Beispiel die soliden Handläufe in der Kabine, die einem bei Seegang sicheren Halt geben, eine wichtige Kleinigkeit, die man bei durchschnittlichen Serienschiffen kaum finden wird.

Weiter