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Unterwegs in den Hebriden

Ein Segeltörn in der Inselwelt der Hebriden
26. Juni bis 9. Juli 2011

Die Inseln der Hebriden sind sogar aus der Sicht eines Bewohners der Stadt Glasgow ein ferner, entlegener Platz am äußersten Rand Europas. Wer Einsamkeit und Abgeschiedenheit sucht, ist dort genau richtig. Dort wollen wir segeln,Gerhard und ich. Wir wollen uns  die Inseln ansehen, die im Nordatlantik exponiert liegen.

Schottland Überblick
Craobh liegt im Südwesten von Oban

Die Abgeschiedenheit der Hebriden ist übrigens so groß, dass man uns bei der Firma, bei der wir gechartert haben, ans Herz legt, allen unseren Proviant noch in der Nähe der Großstadt zu kaufen. Und so hält der Fahrer, der uns nach Craobh (sprich: kruuf) bringen soll, unterwegs bei einem großen Supermarkt, in dem wir, sehr zu Erheiterung der Kassiererin, Lebensmittel für zwei Wochen in unsere Einkaufswagen laden, darunter 63 Liter Mineralwasser. So vollständig wie möglich eben. Was jetzt vergessen wird, kann nicht mehr besorgt werden.

Danach geht die Fahrt in die saftig grüne Welt der Highlands. Die Wolken hängen schwer in den Berggipfeln, die ganz nahe sind. Und an dieses alpine Idyll schließt sich unmittelbar das Ufer des Loch Fyne, eines langgestreckten Ausläufers des Nordatlantik, der bis unter die Berge reicht. Wir passieren das Dorf Inverary, erreichen Kilmory Castle und zweigen dann in eine noch kleinere Straße ab, die nach Norden führt, in Richtung der Ortschaft Oban. Kurz bevor wir uns Oban nähern, biegt der Fahrer noch einmal ab, und der Wagen hüpft über zahlreiche Schlaglöcher zu einer von Hügeln eingeschlossenen Bucht hinunter: Craobh-Haven, das aus ein paar Häusern, einem Pub und den Stegen einer Marina besteht, einer der wenigen Plätze in der Welt der Hebriden, in der es etwas so Luxuriöses wie Sanitäranlagen und Landstrom gibt. Die Häuser sehen zwar alt aus, aber das täuscht. Sie wurden im Jahr 1983 von Architekten im alten schottischen Stil entworfen und werden an Urlauber vermietet. Eine Weile irren wir im Nieselregen über die Stege auf der Suche nach jemanden von der Charterfirma. Dann machen wir die charmante Jill ausfindig, eine Lehrerin, die im Zweitberuf für Portway-Charter arbeitet, und es entwickelt sich das heitere, angelsächsische Chaos, das wir von England und Kanada bereits gut kennen: Das ursprünglich gebuchte Boot, eine Elan 333 ist nicht da, weil der Auspuff repariert werden muss. Auf dem Ersatzboot, das uns angeboten wird, ist die Heizung ausgefallen und da uns der Gedanke wenig begeistert, uns bei Temperaturen von höchstens zwölf Grad nicht aufwärmen zu können, werden wir schließlich auf eine Bavaria 38 verfrachtet und mit ein paar elementaren Hinweisen zu den Eigenheiten des Bootes, die, wie sich herausstellen wird, zur Hälfte falsch sind, uns selbst überlassen. Es wird ziemlich spät, bis wir uns einigermaßen zurecht gefunden und unseren Luxusdampfer seeklar gemacht haben. Wir essen in dem Pub zu Abend. Es wird das letzte Mal für die nächsten zwei Woche sein, dass wir auswärts essen.

Craobh

Das Pub in Craobh


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