Segeltörn auf italienisch

Golf von Neapel, 27. August bis 10. September 2005

Es gibt gute Gründe, nicht im Golf von Neapel segeln zu gehen. Zum einen ist das Revier als windarm bekannt, zum anderen erreichen die Preise in Häfen für Liegeplätze ohne jeden Komfort fantastische Höhen, bis zu 70 Euro für ein knapp zehn Meter langes Schiff. Und die offene Weite des Thyrrenischen Meeres führt dazu, dass man manches Mal in den Ankerbuchten mit unangenehmem Schwell rechnen muss. Wer sich von solchen Argument nicht von einem Törn abhalten lässt, der findet ein zauberhaftes Revier mit italienischem Flair und dementsprechend guter Küche. Wir, meine Frau Lizzie und ich, haben einige Tag in Amalfi im Hotel verbracht und uns dann mit der Fähre auf die Insel Procida begeben, um das Boot zu übernehmen.

Samstag, 27. August: Procida


Procida

Die Insel Procida ist eine Überraschung. Die Stadt ist italienisch und sehr einfach. Die Touristen scheinen sie zu ignorieren. Dafür kann man am Kai ausgezeichnet essen und in der Früh in der Bar dal Cavaliere im italienischen Stil frühstücken. Wir gehen auf unser Boot, eine First 31.7, die in ausgezeichnetem Zustand zu sein scheint. Sie heißt "Malvarosa".

Roberta kommt an Bord, die Betreuerin von Sailitalia, die das Revier kennt, mit uns die Seekarten durchgeht und viele Tipps gibt. Der wichtigste lautet: Die Häfen von Ischia und Capri im August zu meiden.

Es wird spät und wir verschieben die letzten Vorbereitungen auf den nächsten Tag.

Sonntag, 28. August: Procida - Ischia

Am Sonntag verbringen wir noch einige Zeit damit, einzukaufen, gegen 14 Uhr sind wir dann soweit, dass wir aufbrechen können. An der Südküste von Procida üben wir ein paar Manöver, ehe wir nach Ischia segeln. Die Nacht verbringen wir vor Anker in der Bucht von San Angelo. Obwohl der Wind schwach ist, sorgt ein Schwell aus dem Süden für einige Unruhe. Lizzie ist "not amused".


Ischia, Aragonenburg

Montag, 29. August: Ischia - Ventotene

Bei dunstigem Wetter und leichtem Ostwind verlassen wir die Bucht. Bis zur Punta Imperatore halten wir uns an die Küste, dann nehmen wir westlichen Kurs. Unter Motor und Autopilot brummeln wir drei Stunden aufs offene Meer hinaus, während Ischia allmählich im Dunst verschwindet. Das Meer ist tiefblau und ein wenig unruhig. Nach und nach zeigt sich im Dunst der Umriss der Insel Ventotene und im Nordhafen, der Cala Rossana, finden wir einen Platz mit Muringleinen.


Ventotene, Blick auf San Stefano

Ventotene ist ein verschlafenes Dorf. Es gibt ein paar Tauchschulen und einige Fischer. Nur wenige Touristen verirren sich hierher. Gegenüber dem Hafen liegt San Stefano, eine kleine Insel, die früher einmal ein Gefängnis war. Das Gebäude steht noch. Angeblich lebt dort niemand mehr. Auf jeden Fall ist die Insel Naturschutzgebiet, das nicht befahren werden darf.

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