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Im Wattenmeer

24.Mai bis 7. Juni 2008

Dieses Mal sollte es Nordfriesland sein. Über Helgoland wollen wir nach Amrum und Sylt segeln und dann auf dem Rückweg die Inseln Föhr und Pellworm besuchen, sowie die Halligen, jene einsamen Flecken im nordfriesischen Meer, von denen man wunderliche Berichte hören kann. Es sollte anders kommen, aber das wissen wir noch nicht.

Am Abend des Freitags reisen wir in Hooksiel an, um die nordfriesische Expedition zu starten. Wir sind zu zweit, Gerhard aus Stuttgart und ich. Der Vercharterer blickt uns zweifelnd an, als er uns zu dem Schiff führt, einer Ovni 41, auf der normalerweise sechs Mann an den Leinen zerren. Doch hatte es sich so ergeben: Der Dritte, den wir gerne dabei gehabt hätten, ist ausgefallen, der Preis stimmt trotzdem, weil das Schiff schon ziemlich betagt ist und wir haben schon so manchen Törn zu zweit bewältigt. Also übernehmen wir am Samstag, 24. Mai 2008, die "Satimo", Baujahr 1983, zwölf Meter lang, ganz aus Aluminium und innen für unsere Begriffe geräumig wie ein Palast.

Den ganzen Tag sind wir damit beschäftigt, sie seeklar zu machen und ihre Eigenheiten zu studieren, zum Beispiel die Hydraulik, mit der Schwert und Ruderblatt vollständig aufgeholt werden, womit sich der Tiefgang von gut zwei Metern auf einen Meter reduzieren lässt. Das Schiff sei ideal zum Trockenfallen im Watt wird uns versichert und das ist genau das, was wir tun wollen.

Draußen, in der Jade, pfeift indessen der Ostwind. Auch im geschützten Hooksmeer biegen sich die Bäume am Ufer.

Sonntag, 25. Mai 2008: Hooksiel - Helgoland

Wilhelmshaven hat an diesem Tag Hochwasser um 4 Uhr 47, also bleibt Zeit bis knapp elf Uhr, um für die Überfahrt nach Helgoland im Jadebusen, der Bucht von Wilhelmshaven, den Ebbstrom zu nützen. Die Schleuse öffnet zum ersten Mal um acht Uhr und zu diesem Zeitpunkt müssen wir durch, sonst ist der Tag verloren. In diesem Revier heißt es: Wer zu spät kommt, den bestraft die Tide.

Wir sind ein bisschen träge beim Aufstehen und schaffen es im letzten Abdruck. Knapp hinter einer schnittigen Motoryacht aus Bremerhaven erreichen wir mit deutlicher Verspätung die Schleuse. Doch der Schleusenwärter lässt Milde walten und das Tor bleibt offen, bis wir in der Kammer festgemacht haben. Nach dem Schleusen nehmen wir uns im Schutz des Vorhafens Zeit, Fender und Leinen zu verstauen, immer wieder von dem kräftigen Ostwind abgetrieben. Aus den Augenwinkeln sehen wir, wie die Bremer, die den Hafen bereits verlassen, vor der berüchtigten grünen Tonne beim Hooksieler Hafen eine Abkürzung nehmen wollen und prompt auf Grund laufen. Vier Stunden nach Hochwasser steht auf den Sandbänken zu beiden Seiten der Einfahrt nur noch wenig Wasser. Schwarzer Dieselqualm steigt von dem Schiff auf, die Maschine wird gequält, um es von der Sandbank zu ziehen.

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