W I N D  &  W E L L E N

     Start | Törns | Links | Kontakt





Am Rande der Wildnis

Von Vancouver über die Sunshine Coast zu den Gulf Islands
6. bis 20. Juni 2009

Seit Jahren reden wir von Vancouver, vom Segeln im westlichen Kanada. Gerhard fällt gleich Jack London ein, Bücher wie „Lockruf des Goldes“. Die Küste bei Vancouver war der Ausgangspunkt, von hier sind vor mehr als hundert Jahren die Schiffe der Abenteurer nach Alaska aufgebrochen.

Ganz so dramatisch geht es heutzutage natürlich nicht zu. Das moderne Vancouver ist eine Stadt mit hohen, eleganten Wolkenkratzern, großzügig angelegt vor einer Kulisse von schneebedeckten Berggipfeln am Rande des Meers. Große Wasserflächen schließen die Stadt ein: Vancouver Harbour, Indian Arm, Burrad Inlet, English Bay und False Creek.


Vancouver Downtown von der Engish Bay aus gesehen

Schon auf der Fahrt vom Flughafen nach Downtown Vancouver fällt uns der hohe Anteil an asiatischen Gesichtern auf. Hier, am Rande des Pazifik, ist Asien viel näher als Europa. Und seit der Übergabe von Hongkong an die Volksrepublik China beträgt der Anteil der chinesischen Bevölkerung in der Stadt Vancouver fast 45 Prozent.
Wir übernachten in einem Hotel in der Robson Street, im Zentrum des Stadtlebens. Ein paar Tage nehmen wir uns Zeit, die Stadt anzusehen, natürlich auch das maritime Museum, in dem die originale St. Roch, ausgestellt ist, jener Schoner, mit dem Henry Larsen 1940 bis 1942 als erster die Nordwestpassage durch das Nordpolarmeer von Westen nach Osten bewältigt hatte.

Genauso spannend ist auch das anthropologische Museum, in dem das Leben der kanadischen Ureinwohner dokumentiert wird.

Ein Lieblingsrestaurant haben wir auch bald gefunden: O' Doul's Restaurant in der Robson Street, wo wir in ein Konzert der Sängerin Melody Diachun geraten, die 2009 für die National Jazz Awards nominiert ist.


Die beste aller Ehefrauen

Am Freitag begeben wir uns dann nach Granville Island, wo das Boot liegt, das wir zu dritt gechartert haben: Lizzie, Gerhard aus Stuttgart, der erst Samstagabend eintreffen wird, und ich.

Samstag 6. Juni 2009: Vancouver

Bei der Firma „Cooper Boating“ gibt man sich wirklich Mühe. Zunächst besprechen wir in einem „Navigational Briefing“ die Besonderheiten des Reviers. Dave, ein altgedienter Segler, hager und weißhaarig, ist mit dem Revier seit mehr als zwanzig Jahren vertraut. Wir sprechen über Gezeitenströme, heikle Passagen und empfehlenswerte Ankerbuchten. Auch Whiskey Golf kommt zur Sprache, ein Gebiet westlich von Vancouver Island, in dem die kanadische Marine gemeinsam mit der US-Navy Torpedos testet. „The toys of little boys“, sagt Dave. Wenn dort Übungen abgehalten werden, muss man entsprechende Umwege planen.
Ausführlich besprechen wir die Betonnung. Im Unterschied zu Europa gilt hier System B, wonach im Fahrwasser an Steuerbord rote und an Backbord grüne Tonnen liegen, ein kleiner Unterschied, der große Bedeutung haben kann.
Danach übernehmen wir das Schiff. Dabei wird es ein bisschen chaotisch. Zunächst sollte es ein Sun Odyssey 35 werden. Da aber dort der Anlasser Probleme macht und der Motor nicht zuverlässig anspringt, werden wir auf eine Sun Fast verlegt. Ehe wir uns aber zu sehr über diese Entwicklung freuen, stellt sich heraus, dass dieses Schiff in Wahrheit nicht zur Verfügung steht, und so wird es schließlich die Bavaria 36 „Polaris“.
Den Rest des Tages verbringen wir damit, technische Details abzuhandeln und Proviant für zwei Wochen zu besorgen. Am Abend trifft schließlich Gerhard ein und „Cooper Boating“ spendiert als Entschädigung für die Verwirrung um das Schiff ein Abendessen in der „Sandbar“.

Video Granville Island: Auf den Pfeil klicken

Weiter